Waffen- und Munitionswahl im Personenschutz

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Maximale Durchschlagskraft oder doch lieber erhöhte Mannstoppwirkung? Und was ist mit der Gefährdung Unbeteiligter bei einem Schusswaffeneinsatz in bevölkertem Gebiet? Fragen wie diese werden von mir in den folgenden Absätzen dargestellt und abgewogen. Letztendlich muss jede Entscheidung individuell und entsprechend der jeweiligen Einsatz- und Bedrohungslage getroffen werden. Dieser Artikel dient als Leitfaden für bewaffnete Sicherheitskräfte die im Personenschutz eingesetzt sind, sowie gefährdete Personen im Sinne des §19 WaffG, die einen Waffenschein besitzen und Schusswaffen zur Selbstverteidigung führen.

Waffen- und Munitionswahl im Personenschutz

Die wohl markantesten Kriterien im Bezug zur Munitionswahl stellen die Eigenschaften Mannstoppwirkung und Durchschlagskraft dar. Diese sind jeweils abhängig vom verwendeten Kaliber, sowie der Munitionsart. Im Folgenden stelle ich die bekanntesten Kaliber der Übersicht halber dar und erläutere die Begriffe Vollmantel, Teilmantel, Hartkern, Weichkern und Hohlspitzgeschoss.


Gängige Kaliber

Der Begriff Kaliber kommt aus dem Französischen (calibre) und bezeichnet den Durchmesser eines Projektils. Die Maßangabe gibt es in zwei Varianten. Millimeter und Zoll.

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9mm x 19

Auch als 9mm Luger bezeichnet. Das wohl bekannteste aller Kaliber. Verwendung findet die „Neunmillimeter“, gemeint ist mit dieser umgangssprachlichen Bezeichnung die Patrone mit einem Projektil des Kalibers 9mm x 19, in diversen Pistolen, wie bspw. der Glock 19 oder der Walther P99 QA. Die Bezeichnung sagt aus, dass es sich um einen Geschossdurchmesser von 9mm und einer Hülsenlänge von 19mm handelt. Im Personenschutz wird diese Patrone häufig verwendet.

.223 Remington

„Zivile Version“ der bekannten 5,56mm x 45 Patrone aus dem militärischen Bereich. Kleiner Geschossdurchmesser, hohe Geschwindigkeit und Durchschlagskraft. Geschossenergie von ca. 1800 Joule. Hinweis: Die .223 Rem und 5.56mm x 45 sind nicht exakt die gleiche Patrone mit anderer Bezeichnung. Es handelt sich um zwei verschiedene Modelle.

.308 Winchester

„Zivile Version“ der bekannten 7,62mm x 51 Patrone, die hauptsächlich bei mittleren Maschinengewehren (MG3) Verwendung findet, sowie als Munition für Präzisionsgewehre. Höhere Mannstoppwirkung als die .223 Remington. Mit einer Geschossenergie von ca. 3500 Joule überträgt diese Munition fast doppelt soviel Energie an das Zielmedium, als die .223 Remington.

.357 Magnum / SIG

Gleicher Geschossdurchmesser wie auch die 9mm Luger. Die Zusatzbezeichnung „Magnum“ gibt an, dass es sich um eine stärkere Ladung handelt. Die .357 ist insbesondere bei Revolvern in Verwendung. Um die leistungsstarke Munition auch für Pistolen verwenden zu können, wurde die .357 SIG entwickelt.

.38 Special

Ähnlicher Geschossdurchmesser wie die .357 Magnum, jedoch geringere Leistung aufgrund kleinerer Ladung. Kommt insbesondere im Revolver S&W Mod. 686 zum Einsatz.

.44 Magnum

Hier handelt es sich um eine leistungsstarke Patrone (3. von links im Bild) mit hoher Mannstoppwirkung. Die „44er Magnum“ vereint hohen Geschossdurchmesser mit großer Ladung und kommt insbesondere in Revolvern oder der Desert Eagle zum Einsatz.

.45 AcP / GAP

Kaliber .45 gibt es in den Ausführung ACP (Automatic Colt Pistol), auch .45 AUTO genannt, sowie als .45 GAP (Glock Automatic Pistol), welche 2003 eigens von der Firma Glock in Zusammenarbeit mit CCI und Speer entwickelt wurde.Die GAP wurde entwickelt um das größere .45er Kaliber auch aus Pistolen mit kleinerem Griffstück verschießen zu können. Bei der .45er ACP war dies problematisch. Das Kaliber zeichnet sich durch seinen Geschossdurchmesser von stattlichen 11,43 Millimetern insbesondere durch die hohe Mannstoppwirkung aus, eignet sich aber aufgrund der geringen Durchschlagskraft nur bedingt zur Bekämpfung von Gegnern, die ballistische Schutzkleidung tragen. Als Teilmantel /Hohlspitz-Version können bis zu 735 Joule an den Gegner abgegeben werden, was enorm ist. Zum Vergleich, bei einer 9mm Vollmantel-Rundkopf Patrone sind es unter 100 Joule.


Wie werden Kaliber umgerechnet?

Beispiel: Kaliber 44 Magnum (.44 Magnum)

Durch Voransetzen eines Punktes (.44) wird angegeben, dass es sich bei der Maßangabe um Zoll handelt. In diesem Fall 0.44 Zoll. Da 1 Zoll genau 25,4 Millimeter entspricht, können die Maße des Kalibers wie folgt umgerechnet werden:

0,44 x 25,4
= 11,176 mm

Diese Rechnung kann mit allen Kalibern angewandt werden und schafft mehr Verständnis bei der Auswahl geeigneter Munitionsarten. Die Angabe 9mm x 19 sagt aus, dass es sich um einen Geschossdurchmesser von 9mm handelt, sowie einer Hülsenlänge von 19mm.

Formel zur Umrechnung

[Angabe in Zoll] x 25,4 = [Angabe in Millimeter]

 

Einsatzbedingungen bei der Munitionswahl

Je nach Einsatzbereich spielen unterschiedliche Kriterien eine Rolle, wenn es darum geht, die geeignete Munition bzw. Waffe auszuwählen. Militär- oder Polizeieinsätze unterscheiden sich in grundlegenden Punkten von den Anforderungen für den Einsatz im Personenschutz.

Militär Einsatz

Beim Militäreinsatz spielt es eine entscheidende Rolle, den Gegner möglichst sofort mit größtmöglichem Schaden kampfunfähig zu machen. Mit Kampfunfähigkeit ist die Unfähigkeit gemeint, einen Gegner weiter bekämpfen und den eigenen Auftrag weiter ausführen zu können. Nach Möglichkeit soll der Gegner verwundet werden, da so weitere Soldaten an dessen sanitätsdienstlicher Versorgung gebunden werden.

Insbesondere spielt auch der Kostenfaktor eine Rolle, da viele Soldaten möglichst einheitlich ausgerüstet werden müssen und das Budget begrenzt ist. In erster Linie muss die Munition geeignet sein, auch sogenannte Hartziele, also bspw. feindliche Soldaten mit Schutzkleidung, wirkungsvoll zu bekämpfen.

Diesem Anspruch wird am ehesten Vollmantel Munition im Kaliber 5,56mm x 45 (.223 Remington) bzw. 7,62mm x 51 (.308 Winchester) gerecht, welche für die gängigen Sturm- und Maschinengewehre verfügbar ist.

Polizei Einsatz

Im Gegensatz dazu kommt es beim Polizeieinsatz darauf an, einen Gegner sofort kampf- und bewegungsunfähig zu machen, möglichst ohne Gefährdung Unbeteiligter. Die Bindung weiterer Gegner zur Verwundung des Getroffenen und dessen sanitätsdienstlicher Versorgung spielt hier keine Rolle. Dennoch ist es das Ziel der Polizei Leben zu retten.

In diesem Sinne wird nach Möglichkeit ein Kompromiss versucht, den Gegner einerseits zu bekämpfen, ihn hierbei jedoch nur soviel Schaden zuzufügen, wie nötig und ihn nach Möglichkeit nicht zu töten. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, kommen spezielle Teilmantelgeschosse zum Einsatz, die aufgrund ihrer Beschaffenheit und Konstruktion eine hohe Mannstoppwirkung im Zielmedium bewirken. Auch Non-Lethal Munition gewinnt immer mehr an Bedeutung.

 

Einsatzbedingungen im Personenschutz

Im Personenschutz-Einsatz spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, wenn es darum geht, eine geeignete Waffen- und Munitionswahl zu treffen. Die Frage ist: Sollte der Schwerpunkt auf einer guten Durchschlagskraft liegen oder steht Mannstoppwirkung im Vordergrund? Um diesbezüglich eine abschließende Beurteilung treffen zu können, werde ich die Begriffe nachfolgend aufschlüsseln.

 

Durchschlagskraft oder Mannstoppwirkung?

  • Nach erfolgtem Angriff auf das Personenschutz-Kommando bzw. die Schutzperson verbleibt nicht viel Zeit für eine Reaktion und das Leben der Schutzperson zu retten. Daher wird der Mannstoppwirkung eine besondere Rolle zuteil. Doch was bedeutet Mannstoppwirkung in diesem Kontext und wie kann sie maximiert werden?
  • Es genügt nicht, den Gegner zu töten oder zu verwunden. Der Fokus liegt auf Gefahrenabwehr, das bedeutet er muss sofort mit allen mir im rechtlichen Rahmen gem. §32 StGB (Notwehr) zur Verfügung stehenden Mitteln kampfunfähig gemacht werden.
  • Dies wird nur durch einen direkten Treffer ins verlängerte Rückenmark erreicht (lat. medulla oblangata). Ein solcher Treffer lässt dem Gegner keine Zeit mehr zu kontrollierten bzw. unkontrollierten Reaktionen oder Bewegungen.
  • Selbst nach einem direkten Treffer ins Herz, dauert es ungefähr 10 Sekunden bis der Organismus, aufgrund Sauerstoffunterversorgung des Gehirns zu kollabiert. Der Hirntod tritt erst nach 7 Minuten ein. Diese Zeitspanne ist  für einen Attentäter ausreichend, um beispielsweise den Abzug einer Maschinenpistole durchzudrücken.

Medulla oblongata.gif
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Kostenfaktor

  • Um einen solchen Wirkungstreffer aus einer Kampfdistanz von 10 bis 20 Metern landen zu können, ist intensives und kontinuierliches Schießtraining eingesetzter Personenschutzkräfte nötig. 
  • Der Kostenfaktor spielt bei der verwendeten Munition im Personenschutz eine zentrale Bedeutung, denn im Idealfall handelt es sich bei der Einsatzmunition auch um die Übungsmunition. „Train as you fight“.

 

Vollmantel oder Teilmantel?

  • Vollmantelgeschosse haben eine enorme Durchschlagskraft, was ein Argument sein könnte, denn es muss immer mit Angreifern gerechnet werden, die ballistische Schutzkleidung tragen. Ein Teilmantelgeschoss bietet hier nur geringe Wirkung im Ziel.
  • Jedoch verliert das Argument für mich an Bedeutung, da es das Ziel im Personenschutz ohnehin sein muss, den Gegner sofort handlungsunfähig zu machen. Dies ist nur durch einen Treffer ins zentrale Nervensystem möglich.
  • Da im Kopfbereich in der Regel Schutzkleidung getragen wird, kommt einem Teilmantelgeschoss, bspw. als Hohlspitz, eine besondere Bedeutung zu. Durch das Aufpilzen des Geschosses, des damit entstehenden größeren Wundkanals, sowie der deutlich höheren Energieabgabe (80-100%, statt 20% bei Vollmantel-Geschossen) wird eine deutlich höhere Mannstoppwirkung erzielt.

 

40SW

 

Munitionswahl in Hinblick auf die Gefährdung Unbeteiligter

  • Auch die potentielle Gefährdung Unbeteiligter spielt eine bedeutende Rolle und liefert für mich ein entscheidendes Argument für die Auswahl von Teilmantel /Hohlspitz-Munition. Ein 9mm VMRK (Vollmantel-Rundkopf) Geschoss gibt bei ungepanzerten Zielen ca. 20% seiner Energie an das Zielmedium ab und durchschlägt Dieses.
  • Nach Austreten des Projektils aus dem Körper des Getroffenen, ist die weitere Flugbahn nicht vorhersehbar. Bei einem Schusswaffeneinsatz in bevölkertem /urbanem Gebiet wäre die Gefährdung Unbeteiligter hierbei enorm.
  • Würden fünf Personen hintereinander, Rücken an Rücken stehen, könnte ein einzelner Schuss mit einem 9mm VMRK Geschoss alle fünf Personen verletzen /töten.
  • Ich komme zu dem Schluss, dass der Einsatz von Teilmantel-Munition die Gefährdung Unbeteiligter beim eventuellen Schusswaffeneinsatz in bevölkertem Gebiet beträchtlich mindert, da das Geschoss mit höchstens 20% Restenergie den Körper verlässt, bzw. im Ziel stecken bleibt (Steckschuss).

 

Verdeckte oder offene Trageweise?

  • Beim Einsatz im Personenschutz wird in der Regel verdeckte Trageweise bevorzugt bzw. vorausgesetzt. Diesem Anspruch werden eine Reihe an Waffen und Kaliber nicht gerecht. Bspw. wäre die Desert Eagle, mit .50er Action Express oder .44er Magnum als Munition ein starkes Argument – ist jedoch völlig ungeeignet für den verdeckten Einsatz unter dem Anzug (Sakko).
  • Bei der Munitionswahl muss also berücksichtigt werden, ob und welche für die jeweilige Munitionsart vorgesehenen Waffen verfügbar und geeignet sind im Bezug zur verdeckten Trageweise. Der Hersteller Glock bietet für unterschiedliche Munitionstypen eine Reihe von Modellen an, bspw. als Standardausführung, Compact oder Subcompact. Je nach Einsatzbereich muss hier eine individuelle Auswahl erfolgen.

 

Wie teuer ist effektives Schießtraining?

Zur Veranschaulichung der Kosten, folgende Rechnung. Ich gehe von einer monatlichen Trainingsintensität von 500 Schuss aus. Das wären 6000 Patronen jährlich. Hiermit ist eine effektive Leistungssteigerung möglich. Da Behörden und Firmen nicht immer über die nötigen Kapazitäten verfügen, ausreichend viel Budget ins Schießtraining zu investieren, muss dies insbesondere im eigenen Bereich erfolgen. Vor allem dann, wenn ich als „Freelancer“ unterwegs bin und selbst Rechnung trage.

  • 9mm Luger – Vollmantel-Rundkopf (VMRK)
    Hersteller: Sellier & Bellot
  • 1 Packung (50 Patronen): 13,50 € pro Packung
    80 Packungen (á 50 Patronen): 9,80 € pro Packung
  • Bei einer Sammelbestellung von 80 Packungen zahle ich also insgesamt 784,- €. Das macht umgerechnet 19,6 Cent pro Patrone.
  • Bei angestrebten 500 Schuss pro Monat, bräuchte ich also 120 Packungen, was jährliche Kosten von 1176,- € für das Schießtraining bedeuten würde, also 98,- € monatlich.

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Fazit

Letztendlich gibt es kein Richtig und Falsch im eigentlichen Sinn. Wichtig ist es, sich Gedanken über die Vor- und Nachteile und über alle Aspekte und Faktoren im Zusammenhang zum jeweiligen Auftrag zu machen und für sich persönlich die geeignete Wahl zu treffen. Dies gilt gleichermaßen für den bewaffneten Einsatz als Sicherheitsmitarbeiter im Personenschutz, als auch für gefährdete Personen im Sinne des §19 WaffG, die einen Waffenschein besitzen.

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17 Comments

  • Auer Julian

    Reply Reply 11. Dezember 2015

    Die von Ihnen erwähnte Glock 32 hat .357 sig, nicht .357 mag . Mir persönlich ist keine Verwendung der .357 mag in einer halbautomatischen FFW bekannt,da es sich hierbei um ein Revolverkaliber handelt. Um die Vorteile der Munition aber im Halbautomaten verwenden zu können,wurde .357 Sig entwickelt
    L.G.

    • Michael Zeitler

      Reply Reply 30. Dezember 2015

      Danke für das Feedback.
      Fehler wurde korrigiert.

      • Lukas Bauer

        Reply Reply 26. August 2016

        Gibt es schon, auf Basis des 1911ers, Conan in 357 Mag.

    • Christian (HSV)

      Reply Reply 21. August 2016

      Wenn Ich mich nicht irre, dann gibt es eine Desert Eagle im Kaliber .357 Mag., ebenso .44 Mag., und .50 AE
      L.G.

    • Lukas Bauer

      Reply Reply 26. August 2016

      oder Desert Eagle in 357 Mag.

  • Leo

    Reply Reply 23. Dezember 2015

    Hallo,
    Kann man mit einer „Zivilen Dienstpistole“ z.b. Glock 17 oder vergleichbar, die auf 9mm Luger basis eingeschossen ist auch
    9×19 Behördenmunition verschiessen?
    Gibt es überhaupt einen unterschied bei sich entwickelndem Gasdruck?

    Bzw. 223 Rem / 5,56×45 ?

    • Michael Zeitler

      Reply Reply 30. Dezember 2015

      was genau meinen Sie mit „Behördenmunition“? Die Glock 17 ist an sich keine reine „Dienstpistole“, sondern wird auch von privaten Sicherheitsdiensten bzw. Privatpersonen (Sportschützen) verwendet.

      9 x 19 mm wird auch 9 mm Parabellum bzw. Luger bezeichnet.
      Einen Unterschied im Trefferbild gibt es gegebenenfalls je nach Hersteller bzw. Munitionsart (Vollmantel, Teilmantel). Ich rate Ihnen bei zwei unterschiedlichen Munitionsarten unbedingt Tests durchzuführen. Der Gasdruck sollte bei ein und demselben Kaliber immer gleichbleiben.

      Zu Ihrer letzten Frage: 223 Remington ist die zivile Bezeichnung der für den behördlichen Gebrauch gängigen Kaliber 5,56 x 45 mm NATO. Diese Munition findet Anwendung in Sturmgewehren, bzw. im zivilen Bereich (223 REM) sogenannten „Büchsen“. Für bestimmte Militärmodelle (Waffen) wurden zivile Versionen entwickelt. Beispielsweise das Sturmgewehr M16 / M4 mit der zivilen „Schwester“ AR-15.

      Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen zufriedenstellend beantworten. Falls nicht, können Sie mich gerne per E-Mail (info[at]michaelzeitler.com) kontaktieren.

  • Jones

    Reply Reply 29. Februar 2016

    Sie irren, erstens sind 223 und 5,56 nicht exakt die gleichen Patronen (der Gasdruck wird anders gemessen und ist somit nicht genau vergleichbar und die Masse sind u.a. am Hülsenmund geringfügig anders) und zweitens ist es absolut normal, dass Patronen des gleichen Kalibers unterschiedliche Gasdrucke haben. Das gilt selbst dann, wenn Hersteller sogar das gleiche Geschoss verwenden z.B. beim Einsatz unterschiedlichen Pulvers oder unterschiedlicher Stopfung. Mit Behördenmunition meinte der Mailschreiber vermutlich den Umstand, dass Polizeien meistens andere, als frei kaufbare Patronen verwenden (z.B. mit geringerer Umfeldgefährdung des Geschosses).

    • Michael Zeitler

      Reply Reply 16. Juni 2016

      vielen Dank für Ihr Feedback. Dass .223 und 5.56 nicht ein und die selbe Patrone sind ist mir bewusst. Aber es sind die selben Maße bzw. Eigenschaften. Sie schreiben, der Gasdruck ist nicht immer gleich. Wie würden Sie die Auswirkungen im praktischen Einsatz diesbezüglich beurteilen?

  • Elias

    Reply Reply 20. November 2016

    Die Formel zur Umrechnung ist fehlerhaft:

    Oben beschreibt ihr es zwar richtig, gebt aber die Formel so an:
    Zollangabe × 0.44 = Angabe in mm

    Richtig wäre:
    Zollangabe × 25,4 =Angabe in mm

    • Michael Zeitler

      Reply Reply 23. Dezember 2016

      Vielen Dank für den Hinweis.
      Wurde korrigiert.

  • Ralph Zobec

    Reply Reply 29. November 2016

    Frage zum Thema 5,56 x 45 mm sei NICHT .223 Rem: Ganz offenkundig kann ich mein Steyr AUG mit einer RUAG 5,56 ebenso laden wie mit einer Hornady Zombie oder S&B TopShot in .223 – und alles schießt gleich gut und ohne Störungen. Wenn es tatsächlich einen Unterschied gibt, dann stellt sich die Frage, ob der beachtlich oder unbeachtlich ist. Meines Erachtens ist letzteres der Fall. Oder irre ich?

    • Michael Zeitler

      Reply Reply 23. Dezember 2016

      Es ist nicht empfehlenswert, eine 5.56 x 45mm aus zivilen Büchsen zu verschießen. Ein Sicherheitsrisiko kann sich aus zwei Faktoren ergeben:

      1. Gerade bei Leuchtspur oder Hartkern kann sich die Geschosslänge einer 5.56 x 45mm gegenüber einer .223 REM unterscheiden (das heißt, länger sein). Aus diesem Grund ist der sog. „Übergangskonus“ länger und damit flacher ausgebildet.

      2. Für Waffen, die bspw. nach SAAMI (Sporting Arms and Ammunition Manufacturers Institute) beschossen wurden, ist ein geringerer Gasdruck (ca 500 bar) vorgeschrieben. Hieraus ergibt sich ein erhöhtes Sicherheitsrisiko beim Verschießen von 5.56 x 45mm in einer .223 Büchse.

  • G.Jung

    Reply Reply 21. Dezember 2016

    Hallo Herr Zeitler. Das ZNS (Zentrales Nerven System) ist nicht gleichzusetzen mit der Medulla oblongata (verlängertes Rückenmark) Vielmehr umfasst das ZNS die Positionen Großhirn, Kleinhirn, Rückenmark incl. Medulla oblongata. Alle Schüsse, welche das ZNS erreichen sollen werden in erster Linie in das Gehirn abzugeben sein. Auch wenn Sie eine wunderbare Animation eingestellt haben, sind Ihre Ausführungen hierzu falsch. Die Medulla oblongata ist tatsächlich nur der rot eingezeichnete Bereich auf Ihrem Bildchen. Den von vorne isoliert zu treffen ist praktisch unmöglich, da jeder Schuss dahin von den dazwischen liegenden Knochenpartien abgelenkt werden könnte. Es wäre auch völlig unsinnig, da dieser – im Vergleich zum Großhirn – winzige Bereich praktisch nicht zu treffen ist. Interessant ist der Bereich lediglich in China, da bei den dort üblichen Liquidationen per Genickschuß entweder das hohe Halsmark oder aber die Medulla getroffen werden. Nichts für ungut!

    • Michael Zeitler

      Reply Reply 23. Dezember 2016

      Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar. Sie haben tatsächlich recht, das zentrale Nervensystem ist nicht gleich medulla oblangata. Der Fehler wurde korrigiert.

      Sie schreiben, es sei „unmöglich“, einen solchen Wirkungstreffer zu erzielen. Zuerst würde ich „unmöglich“ gegen „unvorstellbar“ tauschen. Es gibt viel eher um den Grad an Perfektion im Sinne der eigenen Schießleistung, der angestrebt werden sollte im Training.

  • Christian

    Reply Reply 25. April 2017

    Ich habe ausschließlich den Abschnitt zu .45ACP gelesen. Hier wird die Preferenz des Authors klar, die Inhalte sind keinesfalls durch seriöse Quellen abzusichern.

    • Michael Zeitler

      Reply Reply 22. September 2017

      Hallo Christian. Vielen Dank für den Kommentar. Welche inhaltlichen Fehler sind dir denn aufgefallen? Gruß

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